Modeln, schauspielern, designen – Suki macht einfach alles auf einmal

Das britische It-Girl erzählt von Grenzüberschreitungen, Jeansträumen und dem Tag, an dem sie auf Jim Carreys Fahrrad durch die Wüste fuhr.
19. Februar 2018

Lang, lang ist's her, da kam ein Model-Scout in einen Pub und entdeckte Suki Waterhouse. Zehn Jahre später hat die britische Schönheit sich quasi jeden nur vorstellbaren Traum erfüllt – sie ist nicht nur ein supererfolgreiches Model, sondern tritt auch in internationalen Blockbustern auf und hat mit ihrer besten Freundin eine eigene Accessoire-Marke auf den Markt gebracht.

Wer jetzt aber ihr Berufsleben für aufregend hält, sollte sich erst einmal anhören, was sie in der Freizeit so treibt (nur so als Beispiel: sie reist in abgelegene Bergdörfer, hängt mit Ikonen wie Anita Pallenberg und Julia Roberts ab und redet in der Wüste mit Jim Carrey über Gott und die Welt).

Wir haben das sehr talentierte, sehr beschäftigte und sehr britische schauspielernde und designende Model auf dem Weg zu einem ihrer Abenteuer abgefangen, um mit ihr dieses Exklusivinterview durchzuführen.

Früher habe ich mich oft unzulänglich gefühlt. Unsere Gesellschaft will nicht, dass man sich schön fühlt, sie will, dass man ständig danach strebt.
Suki Waterhouse

WO BIST DU GERADE?
„In Moskau, ich sitze im Flugzeug zurück nach London. Die letzten zwei Tage habe ich mir hier die Stadt angeschaut und auf einem Elton-John-Konzert die Augen ausgeheult!“

DU MODELST, SCHAUSPIELERST, SINGST UND DESIGNST. WAS MACHT DIR AM MEISTEN SPASS?
„Beim Schauspielern lege ich mich wohl am meisten ins Zeug, weil ich darin am wenigsten Erfahrung habe, aber ich mache genauso gerne Musik. Da habe ich so einen ganz natürlichen Antrieb, ich will einfach Songs schreiben und sie im Studio einsingen. Aber Spaß macht mir alles.“

GIBT ES IRGENDEINEN KREATIVEN BEREICH, DEN DU NOCH ERFORSCHEN MÖCHTEST?
„Mehr Fotografie und Kunst, die sich mit Musik verbinden lässt.“

WAS IST DAS COOLSTE, DAS DU BISHER BERUFLICH GEMACHT HAST?
„Das Coolste, was ich jemals gemacht habe, ist in der Wüste mit Jim Carrey über Gott und die Welt zu reden. Und dann auf seinem Fahrrad zu fahren. In beruflicher Hinsicht sind es wohl einfach die vielen Grenzen, die ich überschritten habe, obwohl ich mir das vorher nicht zugetraut hätte.“

WELCHE KOMPROMISSE MUSST DU MACHEN, SEIT DU SO BEKANNT BIST?
„Da fällt mir jetzt spontan gar nichts ein, ich habe vielleicht einfach ein besseres Gespür dafür entwickelt, wie ich mein Privatleben führen möchte.“ 

WAS WOLLTEST DU ALS KIND WERDEN?
„Ich wollte unbedingt Karatemeisterin werden!“

WAS IST DER BESTE BEAUTY-TRICK, DEN DU JEMALS BEKOMMEN HAST?
„Das Gesicht abends zweimal waschen. Oooh und Zahnseide benutzen!“ 

WANN IST DIR ZUM ERSTEN MAL KLAR GEWORDEN, WIE SCHÖN DU BIST?
„Oh Gott. Was für eine Frage. Was ist schon schön? Ich weiß, was in der Gesellschaft gemeinhin als schön gilt, aber diese Vorstellungen ändern sich zum Glück mehr und mehr. Ich weiß, was ich selbst als schön betrachte, nämlich alles, was mich bewegt. Ein Satz, ein Musikstück, mit jemandem zu lachen, meine eigenen Menschlichkeit in den Augen meines Gegenübers zu sehen, jemanden zu umsorgen oder selbst umsorgt zu werden.“

„Wie die meisten Menschen habe ich mich früher oft unzulänglich gefühlt. Unsere Gesellschaft will nicht, dass man sich schön fühlt, sie will, dass man ständig danach strebt. Erwachsenwerden bedeutet für mich, sich seine eigene Definition von Schönheit zu erkämpfen. Diese ewigen Selbstzweifel sind völlig verrückt, ständig will uns irgendwer sagen, was schön ist und was nicht. Aber es ist gut, dass sich da ein kultureller Wandel vollzieht und nicht mehr nur große, schlanke Menschen als schön zelbriert werden, obwohl sie natürlich auch schön sind. Vorbilder sind so wichtig.“

WANN HAST DU ERKANNT, DASS DU SCHAUSPIELERN KANNST?
„Ich glaube, zu dieser Erkenntnis kommt man nie. Man tut einfach jedes Mal sein Bestes und versucht, eben nicht zu ‚schauspielern‘.“

WANN WIRST DU NERVÖS?
„Manchmal sitzt mir die Angst tief in der Magengrube, dann komme ich mir komplett lächerlich vor und habe das Gefühl, nicht genügen zu können. Ich glaube, wenn man wirklich weiterkommen will, egal womit, dann muss man auch Misserfolge in Kauf nehmen können. Egal wie leidenschaftlich man etwas verfolgt, wird man hin und wieder schlechte Entscheidungen treffen, Leuten begegnen, die nicht gut für einen sind, es noch mal und noch mal versuchen. Rückschläge betrachte ich nicht als Zeitverschwendung. Es kommt viel öfter vor, dass man Rückschläge erlebt oder ein Nein kassiert, als umgekehrt. Dass man keine Angst davor hat, darauf kommt es an, und dass man sich auf den nächsten Schritt konzentriert. Fehler, Misserfolge und Selbstzweifel dienen als Richtungswechsel, sie justieren den Weg, auf dem man sich befindet.“ 

Es geht nichts über einen Auftritt in einem tollen Outfit.
Suki Waterhouse

WELCHER STAR HAT DICH ZULETZT SPRACHLOS GEMACHT?
„Julia Roberts. Sie lief barfuß und ohne Make-up auf einer Party herum, und ich konnte nichts als so ein dämliches ‚Danke‘ herausbringen. Sie war aber total nett. Wenn ich berühmte Leute sehe, die ich bewundere, mache ich meistens einen großen Bogen um sie und sage nicht mal Hallo, weil ich die Illusion nicht zerstören will.“

HAST DU EINE STILIKONE?
„Da gibt es nicht nur die eine, aber Anita Pallenberg gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Letztes Jahr habe ich sie auch persönlich kennengelernt, und ihren Auftritt vergesse ich nie, sie trug einen Trainingsanzug, einen Fedora und einen tollen Mantel mit Leopardenprint.“

ERZÄHL UNS VON EINEM FASHION-WAGNIS, DAS SICH AUGEZAHLT HAT – UND VON EINEM, DAS KOMPLETT DANEBEN GEGANGEN IST.
„Letztes Jahr habe ich ein Outfit getragen, dass meiner Schwester zufolge aussah wie eine Flasche Sriracha-Sauce. Ich trug ein orangenes Lackkleid und dazu einen grünen Hut und Leopardenschuhe. Rückblickend war das vielleicht etwas zu viel. Was Outfits angeht, habe ich schon so oft komplett daneben gelegen, ich schaudere und lache mich zum Teil kaputt, wenn ich meine Fotos auf Google sehe.“

„Aber das Burberry-Kleid, das ich zur Met Gala anhatte, ist mein absolutes Lieblingsoutfit, darin habe mich gefühlt wie auf meiner eigenen Hochzeit. Es war hellrosa und einfach riesig. Es geht nichts über einen Auftritt in einem tollen Outfit. 

WAS SIND DEINE DREI LIEBLINGSJEANSARTIKEL?
„Jeanshosen, Jeansjacken und Jeanslatzhosen!“

DU BIST VIEL AUF REISEN. WAS MACHST DU ALS ERSTES, WENN DU WIEDER ZU HAUSE IN ENGLAND BIST?
„Ich habe zwei supercoole Hunde, Marvin und Billie. Vor allem Marv ist witzig, er setzt sich mit Vorliebe auf Billies Kopf. Wenn ich zurück nach England komme, bin ich am liebsten im Haus meiner Eltern, bei meinen Hunden und einer schönen Tasse Tee.“

WO SIEHST DU DICH IN FÜNF JAHREN?
„Ich habe nicht die geringste Ahnung ... Meine Pläne sind nicht allzu konkret, und das Leben macht ja sowieso seine eigenen Pläne. Man muss es einfach auf sich zukommen lassen.“

 

Suki Waterhous ist der Star der neuen H&M-Kampagne Denim Decoded. Klicken Sie auf Play und sehen Sie, wie sie die perfekte Jeansjacke zaubert.  

SUKIS LIEBLINGS...

...STÄDTE: „Rio de Janeiro, Rom, Tokio.“ 

…FILME: „Atemlos, Sceyendouche New York, Magnolia. Neulich Abend habe ich Tatsächlich ... Liebe geguckt, der ist so unrealistisch, dass er fast schon an Liebespropaganda grenzt! Trotzdem war ich anschließend voller Hoffnung.“ 

…BÜCHER: „Gegen alle Regeln, Ich hasse dieses Internet, Die Kraft der Mythen von Bill Moyers Meister und Margarita, Die Versteigerung von No. 49.“

…MUSIK: „Colin Blunstone, Cat Power, Judee Sill, No Doubts Just a Girl höre ich im Moment pausenlos. Genauso wie Zombie von The Cranberries und Torn von Natalie Imbruglia.“ 

…ESSEN: „Blumenkohl mit Käse, außerdem esse ich für mein Leben gern Ofenkartoffel mit einem Klecks Crèème fraîche und dazu gebackene Bohnen.“

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