Als der Hoodie Haute Couture wurde

Hier erfahren Sie, wie das bequeme Sweatshirt von den amerikanischen Sportplätzen auf die Pariser Laufstege kam.
24. Januar 2017

HINTERGRUNDSTORY
Die Geschichte des Kapuzenpullis beginnt im europäischen Mittelalter, als mit Kapuzen versehene Kittel als Mönchstracht und allgemeine Alltagsbekleidung zum Schutz vor Wind und Wetter dienten. 

Den Pulli, wie wir ihn heute kennen, gibt es zwar noch nicht ganz so lange, aber als Fashionneuheit kann man ihn auch nicht gerade bezeichnen. Das amerikanische Sportmodelabel Champion hat das Kleidungsstück eigenen Angaben nach in den 1930ern erfunden (mit Tunnelzug und einem aufgenähten Muff). Damals musste der Pulli vor allem den Bedürfnissen von Sportlern und Arbeitern genügen, erst in den Siebzigerjahren überschritt er die Spielfeldbegrenzung und wurde auch in der übrigen Bevölkerung ein beliebtes Alltagskleidungsstück. 

In den Straßen und vor allem in der amerikanischen Hip-Hop-Szene verbreitete er sich schnell, denn mithilfe der Kapuze konnten Graffiti-Künstler gut ihre Identität verbergen, während sie Gebäude und Züge mit ihren bunten Gemälden versahen. Nachdem im Laufe der 70er und 80er ganze Städte mit Graffitis besprüht worden waren, geriet der Kapuzenpulli zunehmend in Verruf. Das schlechte Image, das er zum Teil heute noch hat, geht auf diese Zeit zurück. Damals gehörte echt Mut dazu, sich in einem Kapuzenpulli zu zeigen. Doch im Laufe der Zeit machte der schlechte Ruf den Pulli nut umso begehrenswerter. 

Je mehr die Hip-Hop-Kultur zum Mainstream wurde, desto normaler wurde auch der Hoodie, und im Laufe der 90er stellte er eine Hauptkomponente in den Kollektionen vieler großer Modenhäuser dar. Damals gehörte das Kleidungsstück jedoch nach wie vor hauptsächlich in die Bereiche Streetwear, Sport- oder Freizeitbekleidung. Das änderte sich, als zwei Jahrzehnte später der Luxus-Kapuzenpulli auf den Laufstegen erschien. 

Mit überlangen Ärmeln, einer weiten Passform und schrillen Drucken wurde er zum begehrtesten Fashionartikel 2015. Als Kanye West seine Kollektion Yeezy Season 1 auf den Markt brachte und ein weltweiter Hype um das kleine französische Fashion-Kollektiv Vetements entstand, war der bisherige Sport- und Jugendartikel plötzlich auch auf der Pariser Modewoche und an (so gut wie) jedem Promi und Instagram-Star rund um den Globus zu sehen. 

Inzwischen schreiben wir 2017, und ein Hoodie-Sättigungspunkt ist noch immer nicht erreicht (ob das jemals passiert?). Um Ihnen ein bisschen unter die Arme zu greifen, haben wir eine Auswahl der derzeit besten H&M-Kapuzenpullis zusammengestellt. Scrollen Sie runter und suchen Sie sich Ihren Favoriten aus!

 

Der Kapuzenpulli wird uns hier präsentiert von Laren Muller (Premier Management). Lok Lau (CLM) hat sich um die Frisur und Anya De Tobon (LinkDetails) um das Make-up gekümmert.

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