Die Fashion-Shows zu den Frühjahrskollektionen erinnerten stark an einen Second-Hand-Laden. Burberry Prorsum, Marc By Marc Jacobs, Céline, Stella McCartney und Miley Cyrus ließen sich inspirieren, Getty Images.

Die Fashion-Shows zu den Frühjahrskollektionen erinnerten stark an einen Trödelmarkt. Burberry Prorsum, Marc By Marc Jacobs, Céline, Stella McCartney and Miley Cyrus ließen sich alle inspirieren, Getty Images.

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Manche Frühlingskollektionen hatten einen ausgeprägten Retro-Flair, mit Kleidungsstücken und Looks, die eher vom Trödelmarkt als aus einem schicken Laden zu stammen schienen.
19. März 2015

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie so ein richtiges Vintage-Schätzchen gefunden haben? Genau das möchten Designer in diesem Frühjahr heraufbeschwören. Überall auf den Laufstegen waren Kollektionen zu sehen, die auf Second-Hand-Funden basierten und uns suggerierten, dass nun ein freierer Trend an die Stelle des kühlen, stets nach Neuem strebenden Minimalismus tritt. Man werfe nur mal einen Blick auf Céline. Phoebe Philo, die Meisterin der Reduktion, ersetzte ihre glatten Oberflächen durch Strukturprints und Lagenlooks, und kommentierte dies backstage mit den Worten, sie wolle „das Unbearbeitete erforschen und einfach mal sehen, wohin es mich führt.“

Ein bewundernswerter Ansatz, der von anderen Designern aufgegriffen wurde. Stella McCartney führte ihre Inspiration auf die lange getragenen Lieblingsstücke einer Frau zurück und verwendete ausgewaschene Seidenstoffe als Hauptkomponente in ihren Desings, während Christopher Bailey in seiner Burberry-Kollektion auf die Illustrationen von Taschenbüchern zurückgriff, die er in einem Second-Hand-Bücherladen entdeckt hatte. Prada, das Modehaus, das immer besonders nah am Puls der Zeit ist, experimentierte mit Vintage-Materialien und gab altmodische Techniken als Inspirationsquelle an. 

Und dann war da noch der Reiz des Selbstgemachten, durch das man ebenfalls kreativ werden und einen persönlichen Look erzeugen kann. Luella Bartley, Design-Direktorin von Marc by Marc Jacobs, sagte, sie habe sich für die Frühjahrskollektion von einem Punk-Ethos inspirieren lassen, der sich in dekonstruierten und neu zusammengesetzten Kleidern äußerte. Jeremy Scott hingegen spannte Miley Cyrus für selbstgemachten Schmuck aus Trödelladenfunden ein. Dieser perfekte Imperfektionismus – etwas dreckiger und eher auf Kreativität als auf Tadellosigkeit bedacht – hat in der Mode lange gefehlt. Bei diesem Kleidungsstil kann jeder mitmachen, ganz egal ob man nun durch den lokalen Trödelladen stöbern oder zu Hause selbst kreativ werden möchte. Wie schön, dass dieser Trend wiederentdeckt wurde! 

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