Charlotte Trounce

Modeunternehmen, Magazine und Zeitungen aus aller Welt, die auf der Suche nach farbenfrohen, stylischen Zeichnungen sind, wenden sich an Charlotte Trounce, Illustratorin in London.
25. Juni 2015

Bei der führenden Rolle, die die Fotografie inzwischen in so vielen Branchen innehat, muss man den Beruf des Illustrators als vergessene Kunst bezeichnen? 

Nach einem Blick auf Charlotte Trounces wundervolle, sprudelnde Zeichnungen, lautet die Antwort unmissverständlich NEIN! Charlotte arbeitet von London aus als Freiberuflerin an einer Reihe großartiger Projekte aus den Bereichen Verlagswesen, Werbung, Verpackungswesen und Fashion. Zu ihren aktuellen Kunden zählen Mulberry, das Elle Collections Magazin, The New York Times und The Economist. Wenig überraschend sind ihre Inspirationsquellen ebenfalls breit gefächert.

„Ich lasse mich von den verschiedensten Dingen inspirieren. Dazu gehören unter anderem Designs und Illustrationen aus den Vierzigerjahren (vor allem der schwedische Grafikdesigner Olle Eksell), alte Fotografien, alles, was mit Bauhaus zu tun hat, ausgefallene Gegenstände, Keramik, Essen, Mode und Textilien“, sagt Charlotte selbst.

Moment, arbeitet Charlotte da etwa gerade mit Malkreiden?

Könnte sein! Hauptsächlich verwendet sie Acrylfarbe, aber hin und wieder lockert sie ihre Arbeit mit anderen Strukturen auf und greift zum Bleistift und ja, auch manchmal zu Malkreiden. Für jemanden wie sie, die ihr Leben lang gezeichnet und gemalt hat, ergibt das durchaus Sinn. Als bei ihr die Berufswahl anstand, lag ein Kunststudium nahe, doch das war nur der erste Schritt:

„Ich habe ein Einführungsjahr in Kunst und einen Bachlor in Illustration am University College Falmouth in Cornwall absolviert. Aber dass ich das tatsächlich einmal beruflich machen könnte, kam mir erst auf einer Exkursion nach New York im letzten Studienjahr, wo ich ziemlich viel positives Feedback von ein paar tollen Agenturen und Art Directors bekam.“ 

Ich glaube, an meiner Arbeit schätzen viele, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen heutigen Illustrationen noch so etwas Handgemachtes hat.
Charlotte Trounce

Gute Illustratoren brauchen eine gute Beobachtungsgabe!

Definitiv. In ihrer Kindheit hatte Charlotte eine Vorliebe für Bilderbücher, die in ihre Arbeit einfloss und sie noch heute inspiriert. Aber nicht nur das:

„Ich war schon immer fasziniert von aufwändig gearbeiteten Illustrationen, auf denen jede Menge kleine Menschen und Gebäude abgebildet waren, sodass man immer wieder etwas Neues entdecken konnte. Heute sehe ich mir zwar immer noch gern Illustrationen an, aber inzwischen mag ich vor allem schlichte, farbenfrohe Kunst wie z. B. die Scherenschnitte von Matisse oder Sonia Delaunays geometrische Malereien. Außerdem habe ich sehr viel für Kunsthandwerke wie Töpfern oder Weben übrig.“ 

Was macht Charlottes Arbeit so universell ansprechend?

Es sind die Farben und die einfachen und dennoch originellen Formen, vor allem aber die pure Freude, die dadurch zum Ausdruck kommt. 

„Ein Lehrer hat meinen Stil mal als ‚ausgeklügelte Naivität‛ beschrieben, was es meiner Meinung nach sehr gut auf den Punkt bringt, denn meine Arbeiten eigenen sich oft genauso gut für Erwachsene wie für Kinder. Ich spiele mit Mustern, Formen und Strukturen, um bunte Bilder zu gestalten, die meistens erbauliche Alltagsszenen wiedergeben. Ich glaube, an meiner Arbeit schätzen viele, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen heutigen Illustrationen noch so etwas Handgemachtes hat. Meine Illustrationen haben auch etwas Einfaches und außerdem Charakter und Leben, ohne jedoch überstilisiert zu wirken, womit man, glaube ich, eine große Zielgruppe erreicht.“ 

 

Mehr über Charlotte erfahren Sie auf ihrer Webseite, auf Tumblr, Instagram und Twitter!

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