Unsere Verantwortung
H&M besitzt keine eigenen Fabriken. Unsere Produkte werden von rund 700 eigenständigen Herstellern, hauptsächlich aus Asien und Europa, gefertigt. Viele unserer Hersteller arbeiten in Entwicklungsländern, in denen die Textilindustrie einen beträchtlichen Teil des Exportumsatzes ausmacht.
Wir übernehmen die Verantwortung für den Einfluss, den unsere Tätigkeit auf die Menschen und die Umwelt ausübt. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für das weitere Wachstum von H&M bei gleichzeitiger Wahrung der Rentabilität.
Unser Verhaltenkodex weist den Weg
Grundlage für die Bemühungen auf diesem Gebiet bildet der Verhaltenskodex von H&M, der auf den Konventionen der ILO (International Labour Organization) und der UN-Kinderrechtskonvention basiert. Der Verhaltenskodex beinhaltet folgende Forderungen:
- Befolgung des lokalen Arbeitsrechts
- tarifliche Bezahlung und Arbeitszeiten
- das Recht, sich zu organisieren und gemeinsam zu handeln
- das Verbot von Kinderarbeit
- das Verbot von Diskriminierungen
- das Verbot von Zwangsarbeit
- Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
- Befolgung der lokal geltenden Umweltgesetze
Alle hersteller werden kontrolliert
Alle Hersteller, die an der Produktion von H&M-Erzeugnissen beteiligt sind, haben sich nach dem Verhaltenskodex zu richten. Der Verhaltenskodex gilt nicht nur für die Hersteller selbst, sondern auch für alle eventuellen Subunternehmer, mit denen sie zusammenarbeiten. Diesen Anspruch verfolgt auch unser Full Audit Programme (FAP), das sich auf die Auswirkungen der Produktionsbedingungen bezieht. Das Kontrollprogramm gilt jedoch nicht für die Hersteller der verwendeten Materialien wie zum Beispiel Stoffe oder Knöpfe.
Wenn H&M die Zusammenarbeit mit einem neuen Lieferanten aufnimmt oder wenn ein bereits existierender Lieferant einen neuen Sublieferanten beauftragt, wird eine umfassende sogenannte FAP-Revision durchgeführt. Das Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild von den Bedingungen in der betreffenden Fabrik zu gewinnen. Die Revision umfasst in der Regel mehr als 300 Fragen und jede Revision nimmt zwei bis sechs Arbeitstage in Anspruch.
Insgesamt beschäftigt H&M etwa 50 Auditoren. Während der Kontrollen führen die Auditoren eine Besichtigung der Fabrikanlage durch, sehen die Arbeitsverträge, Arbeitszeitberichte, Gehaltslisten und andere Unterlagen durch und führen Gespräche mit den Angestellten und der Fabrikleitung. Nach jeder Kontrolle werden die Ergebnisse mit den Lieferanten diskutiert. Danach muss der Lieferant innerhalb einer bestimmten Zeit einen Plan aufstellen, wie eventuelle Mängel behoben werden können. Der Maßnahmenplan enthält normalerweise sowohl kurz- als auch langfristige Ziele und dient als Ausgangspunkt für weitere Verbesserungen. Die H&M-Auditoren begleiten und überwachen die Realisierung der Maßnahmen. Je nach Situation kann es bis zu etwa zwei Jahre dauern, bevor die nächste FAP-Revision ansteht und neue Verbesserungen ins Visier genommen werden.
2006 haben wir uns auf die Weiterentwicklung der Methoden für die Nachfolgeinspektionen konzentriert. Unter anderem wurden mehrere Workshops veranstaltet, bei denen sich die H&M-Auditoren trafen, um Erfahrungen auszutauschen und mögliche Verbesserungen zu diskutieren.
Ergänzung durch unabhängige Kontrollen
H&M ist stets um ständige Verbesserungen bemüht. Dies gilt auch für unsere Kontrollmaßnahmen zur Einhaltung unseres Verhaltenskodex durch unsere Lieferanten. Da war es nur logisch, dass H&M 2006 Mitglied der Fair Labor Association (FLA) wurde.
Die FLA führt nun unabhängige Kontrollen in den Fabriken unserer Lieferanten in China durch und prüft die Systeme von H&M zur Einhaltung unseres Verhaltenskodex. Die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres 2007 auf der FLA-Website unter www.fairlabor.org veröffentlicht.
Die Zusammenarbeit mit der FLA ist ein wichtiges Mittel zur Qualitätssicherung, aber auch ein entscheidendes Medium für H&M, um unseren Aktionären die Effektivität unserer Maßnahmen zu demonstrieren.
Gemeinsames Handeln
Die Herausforderungen, vor denen wir in den Produktionsländern stehen, sind komplex und ihre Ursachen liegen auf vielen verschiedenen Ebenen. Das bedeutet, dass wir auch mit anderen Akteuren zusammenarbeiten müssen, um die Schwierigkeiten, mit denen die Bekleidungsindustrie konfrontiert ist, mit vereinten Kräften zu bewältigen.
Unter anderem unterstützt H&M das Programm „Better Factories Cambodia“. Die Initiative, die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) getragen wird, hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen für die Angestellten in den Bekleidungsfabriken in Kambodscha zu verbessern. Zu den Maßnahmen gehören Schulungen und unabhängige Kontrollen.
H&M beteiligt sich auch am MFA-Forum Bangladesch. Neben etwa zehn Einkäufern zählen auch Vertreter der Regierung von Bangladesch, lokale Industrieverbände, die Weltbank, die Internationale Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeiter-Vereinigung (ITGLWF) sowie zahlreiche weitere Organisationen zu den Mitgliedern.
Globale und regionale Wohltätigkeitsinitiativen
H&M beteiligt sich seit vielen Jahren an verschiedensten Wohltätigkeitsinitiativen sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene. Priorität genießen bei uns Projekte, die die soziale Entwicklung in den Gebieten stärken, in denen wir geschäftlich aktiv sind. Meistens drehen sich die Projekte um Frauen, Kinder oder Bildungsthemen. Der Grund hierfür liegt darin, dass die meisten unserer Kunden weiblich sind und dass auch der Großteil der in der Textilindustrie Beschäftigten Frauen sind.
In UNICEF haben wir einen weltweit anerkannten Partner gefunden, mit dem wir sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene zusammenarbeiten können. Über die Partnerschaft mit UNICEF engagiert sich H&M auch in lokalen Kooperationsprojekten in verschiedenen Märkten. Bei einigen davon geht es darum, Geld für unterschiedliche Zwecke zu sammeln. Die Mitarbeiter und Verkäufer in den Geschäften spielen bei diesen Projekten eine wichtige Rolle.
Seit fünf Jahren unterstützt H&M auch die in Großbritannien gegründete Wohltätigkeitsorganisation WaterAid. 2006 wurde ein Betrag von 58.000 britischen Pfund gespendet. Diese Summe entspricht 10 Prozent der Umsätze aus einem speziellen Bikini, der eigens für diesen Zweck entworfen wurde und im vergangenen Jahr in allen H&M-Ländern erhältlich war.
Auch Katastrophenopfer unterstützen wir im Notfall mit Bekleidung und anderen Hilfeleistungen. Erdbeben oder Kriege verursachen auf der ganzen Welt großes Leid unter der Bevölkerung. H&M arbeitet in allen Ländern, in denen wir geschäftlich vertreten sind, mit anerkannten Hilfsorganisationen zusammen. Wir spenden Bekleidung, die aus verschiedensten Gründen die hohen Qualitätsstandards von H&M nicht erfüllt und deshalb ausgesondert werden muss. Selbstverständlich spenden wir keine Bekleidungsstücke, die unsere Sicherheitsstandards nicht erfüllen.
Schwerpunktthema Baumwolle
H&M will aktiv dazu beitragen, die Umweltbelastungen durch den Baumwollanbau zu verringern. Unsere Strategie besteht aus primär zwei Bausteinen: Biobaumwolle durch gezielte Nachfrage zu fördern und den konventionellen Baumwollanbau zu verbessern.
2006 verwendeten wir knapp 30 Tonnen Biobaumwolle. Das Ziel für 2007 ist, mindestens 100 Tonnen Biobaumwolle in Teilen unseres Sortiments zu verwenden. Darüber hinaus bringt H&M Kollektionen aus 100 Prozent Biobaumwolle auf den Markt.
H&M ist auch Mitglied der Organisation Organic Exchange, die sich die Förderung des ökologischen Baumwollanbaus zur Aufgabe gemacht hat.
Fast die gesamte Baumwollproduktion erfolgt nach wie vor konventionell. Parallel zu unserem Einsatz biologischer Baumwolle arbeiten wir deshalb im Rahmen der Better Cotton Initiative (BCI) für die Verbesserung des konventionellen Baumwollanbaus. Die BCI verfolgt das Ziel, die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen des konventionellen Baumwollanbaus messbar zu verringern. Die Initiative zu dieser Zusammenarbeit war 2004 unter anderem vom World Wide Fund For Nature (WWF) ausgegangen.
Ausweiting der Umweltkennzeichnung
Seit 2005 besitzt H&M eine Lizenz zur Verwendung der „Blume“, dem offiziellen Ökolabel der Europäischen Union. Die Blume steht für Schadstoffbegrenzung und verringerte Wasserverschmutzung in der gesamten Produktionskette, von der Rohbaumwolle bis zum fertigen Produkt. Darüber hinaus verbürgen die Qualitätskriterien des Umweltsiegels die Form- und Farbbeständigkeit der Kleidungsstücke. Die entsprechenden Modelle sind an dem Blumenlabel auf den Verpackungen und der Pflegekennzeichnung zu erkennen.
Während des Jahres 2006 wurden in unseren Filialen nahezu 190.000 mit der Blume gekennzeichnete Babykleidungsstücke verkauft. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den 75.000 verkauften Kleidungsstücken des Vorjahres. Da diese Kleidung von unseren Kunden so gut angenommen wird, planen wir, 2007 noch mehr Kleidung mit dem Umweltzeichen anzubieten und weitere Teile des Babysortiments mit dem Label zu versehen.
Klimawandel und Kohlendioxidemission
Die Senkung des Kohlendioxidausstoßes des Unternehmens, und damit einhergehend eine geringere Beeinflussung des Klimas, bildet einen wichtigen Bestandteil der Umweltarbeit von H&M. In diesem Zusammenhang bemühen wir uns hauptsächlich um die Reduzierung der durch den Transport von Waren und den Stromverbrauch in unseren Geschäften und Lagern verursachten Emissionen.
Mehr über diese Aktivitäten erfahren Sie hier.
H&M im Nachhaltigkeitsindex gelistet
H&M ist in mehreren Nachhaltigkeitsindizes, darunter dem Dow Jones Sustainability World (DJSE World), dem FTSE4Good und dem Ethibel Sustainability Index, vertreten. Diese Indizes bieten institutionellen Investoren eine Orientierung zur Auswahl sozial- und umweltverträglicher Anlagemöglichkeiten.
